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title="Pille, Depression und Suizid - ein Statement aus kinder- und jugendpsychiatrischer und gynäkologischer Sicht",
journal="Zeitschrift fur Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie",
year="2020",
author="Herpertz-Dahlmann, Beate and Dempfle, Astrid and Neulen, Joseph",
volume="48",
number="4",
pages="259-264",
abstract="Zahlreiche weibliche Jugendliche und junge Frauen in Deutschland verwenden Ovulationshemmer (OVH) zur Verhütung einer Schwangerschaft1: Nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung berichteten 72 % der 14- bis 25-Jährigen, die &quot;Pille&quot; zu verwenden (Bode & Heßling, 2015), bei einer Inanspruchnahmepopulation in gynäkologischen Praxen waren es bei den 15- bis 19-Jährigen sogar 86 % (Oppelt et al., 2018). Auf der Basis einer Routinedaten-Auswertung der Techniker Krankenkasse (2019) lag der Anteil für die Gruppe der 16- bis 19-Jährigen immer noch bei 48 %, obwohl sich ein Rückgang der Einnahme von 12 % im Vergleich zu einer Untersuchung vor 5 Jahren nachweisen ließ (https://www.tk.de/presse/themen/arzneimittel/tag-der-antibabypille-2069​966). In Deutschland ist eine Verordnung auf Rezept und damit kostenloser Erwerb bis zum Abschluss des 22. Lebensjahres möglich. Die Einnahme der &quot;Pille&quot; galt bisher als nebenwirkungsarm; in der Gynäkologie und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird selten bei der Anamnese nach psychischen Symptomen in Zusammenhang mit der Einnahme von OVH gefragt. Allerdings sollten uns zwei in den letzten Jahren erschienene Artikel zum Zusammenhang von Depression und OVH aufmerksam werden lassen. Erstmalig wurde 2016 in der Zeitschrift JAMA Psychiatry über eine mögliche Beziehung zwischen der Entstehung einer depressiven Symptomatik und der Einnahme der &quot;Pille&quot; berichtet (Skovlund, Mørch, Kessing & Lidegaard, 2016). Bei dieser Studie wurden alle in Dänemark lebenden Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 34 Jahren in eine prospektive Kohortenstudie eingeschlossen, deren Kollektiv aus mehr als einer Million Frauen in den Jahren 2000 bis 2013 mit einer mittleren Beobachtungsdauer von 6.4 Jahren bestand. Erfasst wurde die Einnahme eines Kontrazeptivums sowie die Verordnung eines Antidepressivums zum Zeitpunkt der Studie oder im vorausgehenden letzten halben Jahr; beide Verordnungen wurden dem dänischen nationalen Verschreibungsregister (National Prescription Register) entnommen; die Diagnose einer im Verlauf der Studie neu aufgetretenen Depression, die in einem engen zeitlichen Zusammenhang zur Kontrazeptiva-Einnahme stand, wurde im zentralen dänischen psychiatrischen Forschungsregister dokumentiert. Bei den jüngsten Teilnehmerinnen der Studie, den 15- bis 19-Jährigen, die ein hormonelles Kombinationspräparat verwandten, berechnete sich über alle Altersgruppen hinweg das höchste relative Risiko (RR) von 1.8 (95 % Konfidenzintervall [KI] 1.75-1.84) für die Verordnung eines Antidepressivums im Vergleich zu Gleichaltrigen, die noch nie oder seit über 6 Monaten nicht mehr hormonell verhütet hatten. Das RR für die Neudiagnose einer Depression war mit 1.7 (95 % KI 1.63-1.81) ähnlich hoch. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer depressiven Störung stieg während des ersten halben Jahres nach Beginn der Pilleneinnahme kontinuierlich an, danach fiel es wieder ab. In der Studie, die 2 Jahre später im American Journal of Psychiatry erschien, wurde ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von OVH und dem Auftreten von Suiziden bzw. Suicide<p /><p>Language: de</p>",
language="de",
issn="1422-4917",
doi="10.1024/1422-4917/a000736",
url="http://dx.doi.org/10.1024/1422-4917/a000736"
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